Die Essenz verwirklichen

Wie genau sollten wir ein Ziel anpeilen?

Einfach strukturierte Übungen wie schönes Wetter anziehen, die Wahrscheinlichkeit für eine Parklücke heben, einen guten Bekannten "zufällig" treffen, brauchen nur eine rechtzeitige, locker-klare und leicht emotionale Konzentration auf das Erwünschte. Bei weiterreichenden Vorhaben in einem weniger flexiblen Umfeld sollten wir jedoch keine "Kraft" vergeuden, sondern uns erst einmal fragen, was wir eigentlich wollen.

Was bedeutet es uns, mehr Geld zu haben? Freiheit? Sicherheit? Anerkennung? Was erwarten wir von einer neuen Liebesbeziehung? Leidenschaft? Geborgenheit? Verantwortung? Bevor Sie nun sagen: "Alles", fragen Sie sich doch einmal, an welcher Stelle Sie den größten Mangel verspüren. Oder was Sie sich am meisten wünschen. Und nun überlegen Sie bitte, wie dieses Bedürfnis noch auf andere Weise gestillt werden kann.

Spüren Sie, dass es sich nicht unbedingt um Geld oder eine neue Beziehung dreht? Stattdessen geht es um die Essenz Ihres Anliegens, dessen gefühlten Gehalt. Sie müssen nicht auf finanzielle oder menschliche Zuwendung verzichten. Aber sie sind eben nicht der springende Punkt.

Um unsere Chancen zu steigern und das Risiko eines Scheinerfolgs zu minimieren, beabsichtigen wir also lieber, die Essenz zu verwirklichen. Dies kann entweder bedeuten, sie in uns selbst zu finden (indem wir innere Blockaden lösen), oder sie über neue äußere Umstände vermittelt zu bekommen. Doch beides hängt zusammen: Wenn wir unser Ziel einigermaßen zuversichtlich anstreben wollen, müssen wir den entsprechenden Mangel größtenteils in uns selbst geheilt haben. Andernfalls verunreinigt sein Empfinden unsere Absicht zu sehr, und das Ergebnis wird wieder mit Unzulänglichkeiten behaftet sein.

Wenn Sie aber wissen, dass die Quelle der Erfüllung in Ihnen ist, können Sie drei oder vier der gewünschten Umstände notieren; vergegenwärtigen Sie sich von Zeit zu Zeit, wie diese groben Einzelzeiten die Essenz verkörpern und beabsichtigen Sie ihr Eintreten mit natürlicher innerer Bestimmtheit. Genaueres überlassen Sie dem umfassenden Bezugssystem, aus dem sich sowieso fast alles ohne Ihr Tun realisiert.

Auch den Weg zu Ihrem Ziel peilen Sie mit diesem übergreifenden Gewahrsein nicht genauer an. Unbekannten Möglich­keiten würden Sie sich sonst schnell verschließen. Zwar haben Sie vielleicht ein paar Ansätze im Blick, müssen auch körperlich handeln und erste Details durchdenken - doch immer innerhalb jenes Gewahrseins. Sie tun also tatsächlich Ihr Bestes, lassen sich aber nicht davon gefangen nehmen, denn Sie wissen, dass mehr als Leistung nötig ist. Sie haben Geduld, machen was gerade ansteht, um die Realisierung zu erleichtern, und wundern sich nicht allzu sehr, wenn schließlich viel mehr glückt, als Sie "mit Ihren eigenen Händen geschaffen" haben.