Der 100 Prozentige

Der 100 Prozent Gläubige vergibt eine große Chance. Er engt sein Bewusstsein ein bis alle anderen Denkmöglichkeiten ausgeschlossen sind. Damit verschließt er sich auch der Möglichkeit, eine bessere Realität zu finden, als er sie sich vorstellen kann.

Manche, die ihr Bewusstsein derart verengen, behaupten, andere Blickwinkel durchaus einbezogen zu haben. Doch die Nachfrage zeigt meist, wie flüchtig sie das taten. Fast immer außen vor bleibt die Gefühlshaltung der anderen Perspektiven. Während der 100 Prozentige seinen Verstand durch fremde Standpunkte schweifen lässt, haftet er emotional weiterhin an seiner bevorzugten Sicht, so dass die anderen von vornherein keine Chance haben. Sie werden mit oberflächlichen Argumenten abgewehrt.

Wer sich bewusst so einschränkt, kann seine Weltsicht auch nicht weiterempfehlen, ohne damit die Einzigartigkeit anderer Menschen abzuwerten. Denn er gesteht deren Sichtweisen allgemein geringeren Wert zu. Dementsprechend wäre er nicht einmal zum allgemeinen Vorteil bereit, seine Auffassung zu ändern.

Einem hartnäckig ins Auge gefassten Ziel mag er zwar nahe kommen. Doch ist ein Ziel, das aus einem begrenzten Vorrat ein für alle Mal ausgewählt wurde, die Zeit wert, es zu verfolgen? Ist das Risiko eines Umwegs, eines hohlen Erfolgs oder gar eines Schadens nicht größer als die kleine Unsicherheit maßvollen Zweifels, die weitere Optionen offen hält?

Sie meinen, es sei zumindest gut, sich auf Positives zu beschränken? Nicht wenn Sie nach Wahrheit und einem besseren Positiven suchen.