Zielorientierung

Es ist schön ein Ziel zu haben. Wir können von ihm träumen, uns an ihm ausrichten und zu ihm entwickeln. Zeigen sich Probleme, haben wir zusätzlich Gelegenheit, an deren Lösung zu wachsen.

Zielorientierung geht allerdings über Lösungsorientierung hinaus. Sie bedeutet, dass wir, selbst wenn Probleme unlösbar erscheinen, an einem als richtig erkannten Ziel festhalten. Kleine Hindernisse beseitigen wir nicht, sondern steuern an ihnen vorbei oder mittendurch. Und hinsichtlich der großen vertrauen wir darauf, dass sich eine Lösung oder Umgehung finden wird. Wir können gesunderweise nicht 100prozentig sicher sein, doch wir kontrollieren die Zieleinstellung, nicht die Gegensätze.

Besonders intuitive Gewissheiten werden vom Verstand gern angezweifelt, da er schlecht mit ihnen umgehen kann. Wenn zum Beispiel die innere Stimme sagt "So wird es geschehen", dann sagt der Verstand "So kann es geschehen". Wenn das Selbst sagt "Je mehr ich an den Erfolg glaube, desto wahrscheinlicher wird er eintreten", dann sagt der Verstand "Glauben ist alles, was du tun kannst". Der gemeinsame Nenner liegt darin, dass wir das Beste für unseren Erfolg tun, an den Erfolg glauben, Alternativen beiseite schieben - und notfalls warten. Der gemeinsame Hintergrund ist, dass alle Beteiligten über freien Willen verfügen, der zu respektieren ist.

Wenn unser Ziel einem tiefen Impuls entspricht, müssen wir auch nicht ständig ein Gewahrsein seines tiefen und umfassenden Sinns aufrechterhalten. Denn oberflächliche Ängste widersprechen dem leicht. Effektiver ist es, das Gewünschte nun auch oberflächlich als sicher anzuerkennen und so die Ängste auf derselben Ebene hinwegzufegen.


Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch

Wahrhaftigkeit


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