Realitätserschaffung 10 Prozent plus

Wie können wir eine absichtliche Realitätsveränderung mit minimalen Annahmen beschreiben?
  1. Wir verändern unsere individuelle Realität. 
  2. Dies wirkt sich auf die Realität anderer Individuen aus. 
  3. Wir treffen auf Widerstände. 
  4. Wir finden Unterstützung. 
All das ist nichts Neues für ein konventionelles, nicht-magisches Weltbild. Das Wort "Realitätserschaffung" suggeriert jedoch mehr: Wir erschaffen auch das, was gewöhnlich als unabhängig von uns angesehen wird.

Ein "magisches" Weltbild (im weitesten Sinn) schließt diese Kluft erstens, indem es den gewöhnlichen Realitätsbegriff "aufweicht": Realität ist alles was wir wahrnehmen und damit nicht unabhängig von uns. Zweitens, indem es auf dieser Basis annimmt, dass wir grundsätzlich jede Realität verändern können, auch wenn sie unserem Einfluss nicht nachvollziehbar zugänglich ist. Einige Philosophen gebrauchen für eine "weiche" Realität lieber den Begriff "Wirklichkeit", meinen also nur die Wirkung im Unterschied zu einer dahinter angeblich "harten" Realität. Denn eine nicht nachvollziehbare Beeinflussung der letzteren ließe ihnen wohl doch die Haare zu Berge stehen. Aber eigentlich ist alles halb so schlimm.

Autoren von "magischen" Praxisbüchern, die den Verstand ernst nehmen, wie Frederick E. Dodson (Reality Creation für Fortgeschrittene) und Vadim Zeland (Transsurfing 2), kommen letztendlich zu der einfachen Empfehlung, wir mögen unsere Absichten beziehungsweise Seele und Verstand in Übereinstimmung bringen und loslegen. Wir können es auch urtümlich sagen: Folge deiner Absicht reinen Herzens!

Das ist alles. Dann sollten sich alle nötigen Türen öffnen und die guten Dinge auf herkömmlichen Wegen in unser Leben treten. Der unvorbereitete Zuschauer würde unsere handfesten Taten als einzig logische Ursache ansehen und den Rest für Zufall halten. Allenfalls unterstellte er, wir nähmen unsere ohnehin vorhandenen Gelegenheiten jetzt erst wahr. Kein Problem.

Auch Autoren, die den Verstand als hinderlich empfinden, bauen in ihre Empfehlungen den Zeitjoker ein: Das Beabsichtigte soll sich zum Wohle aller Beteiligten erst zum richtigen Zeitpunkt manifestieren. Wenn es mal wieder länger dauert, sei es also vielleicht in Ordnung. Oder wir müssten eben bei uns selbst nachbessern, unser Unterbewusstes mehr auf Linie bringen. Wieder lehnt sich der Skeptiker entspannt zurück und murmelt das Wort "Selbstimmunisierung".

Ist "magische" Realitätserschaffung deshalb "Mumpitz"? Tatsächlich unterscheiden sich ihre modernen Mittel kaum von dem, was man in normalen Coachings lernen kann: Ziele finden und visualisieren, hinderliche Glaubensvorstellungen hinterfragen und ändern, hemmende Gefühlskomplexe erkennen und umformen. Wenn danach alles klappt, müssen Sie noch nicht an Magie glauben, sondern können es wie der Skeptiker halten. Auch er kann freilich nicht alles erklären oder nachprüfen und müsste eigentlich 5 bis 10 Prozent "übernatürliche" Zusammenhänge für möglich halten.

Nur wenn Sie darauf achten, werden Sie unerklärliche Übereinstimmungen zwischen dem, was sie wollen, und dem, was sie bekommen, feststellen, deren Detailliertheit über jeden Zufallsverdacht erhaben ist. Was Sie bekommen wird Ihnen so leicht und natürlich zufallen, dass es Sie nicht einmal wundert - wenn Sie nicht den Vergleich zu Ihrer emotional-mentalen Ausgangsposition ziehen. In dem Fall aber werden Sie wissen.


Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch

Wahrhaftigkeit


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