Was Sie wirklich wollen

Wie finden Sie das heraus? Zunächst indem Sie aufhören, bei jeder Idee gleich Konsequenzen und Hindernisse mitzudenken. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf. Was würden Sie tun oder haben wollen, wenn alles ginge? Achten Sie auf Wünsche, die Sie sonst so schnell beiseiteschieben, dass sie kaum noch auffallen, und verstärken Sie diese bewusst. Welchen Impulsen würden Sie folgen, wenn Sie alle Möglichkeiten hätten? Schreiben Sie alles auf.

Es gibt noch immer keine Konsequenzen und Hindernisse. Bringen Sie alle Ideen in eine Reihenfolge von der emotional wichtigsten an. Nehmen Sie nun die oberste und fühlen Sie, wie es ist, sie verwirklicht zu haben. Ist es wirklich richtig? Falls nicht, variieren Sie. Was ist das Wesentliche an dieser Idee? In welcher Form kann es sich noch realisieren? Schreiben Sie es auf.

Erst wenn Sie eine recht klare Vorstellung von Ihrem Wunsch haben, bringen Sie konkrete Umstände ins Spiel. Was würde es wirklich bedeuten, dort zu sein, wo Sie hinwollen? Spekulieren Sie dabei nicht viel, sondern informieren Sie sich, machen Sie sich ein realistisches Bild. Sagt es Ihnen doch nicht zu, variieren Sie weiter oder nehmen Sie die nächste Idee auf der Liste.

Sind Sie nun sicher, was Sie wollen, fragen Sie nach dem, was dafür nötig ist: Fähigkeiten, Finanzen, familiäre Umstände und so weiter. Ohne Bedenken.

Anschließend überlegen Sie, wie alles zueinander passt. Fehlen Voraussetzungen oder widersprechen sich einige, geben Sie ihnen Prioritäten und hinterfragen die heiklen: Wie können Sie sich Fähigkeiten noch aneignen? Wie viel Geld brauchen Sie wirklich und wozu? Wäre eine familiäre Veränderung tatsächlich so erschreckend, wie die vermutete erste Reaktion auf Ihre Vorschläge? Klarheit über die persönliche Bedeutung der Voraussetzungen ist ebenso wichtig wie das konsequente Träumen zuvor.

Haben Sie eine emotional-verständige Vorstellung von Ihrer Zukunft geschaffen, die Sie fast greifen können, dann gehen Sie den Weg dorthin ein Stück und schauen Sie, ob sich die Umstände fügen. Kommt eins zum anderen, sind Sie auf dem richtigen Weg.

Dabei sollte jeder Schritt Freude machen, Sie innerlich voranbringen. Selbst wenn es die Lösung von Problemen ist. So haben Sie wenig zu bereuen, falls Sie ihr Ziel letztlich verfehlen. Andererseits werden Sie es auf diese Weise wahrscheinlicher erreichen. Sie sind nicht fixiert auf einen bestimmten Weg, bleiben stattdessen offen für neue Einsichten. Sogar ein nicht ganz klares Ziel erschließt sich auf diese Weise Stück für Stück.

Vergessen Sie nicht, dass der richtige Weg so nahe liegen kann, dass Sie ihn bisher immer übersehen haben. Vielleicht sind Sie auch bereits auf ihm und brauchen nur ein neues Verständnis?

Die Energie, Wünsche zu verwirklichen, steigt deutlich, wenn die Möglichkeiten dafür sichtbar sind. Insofern ist es praktisch, vom Vorhandenen auszugehen und Ziele nicht sehr weit zu stecken. Zielfindung und Realisierung können Hand in Hand arbeiten.

Doch eine weitere Möglichkeit bleibt auch noch: Den Weg "in höhere Hände legen", um Führung und Inspiration bitten (wen auch immer). Wir übermitteln unser Bild der Situation sowie unsere Frage und stehen einfach nicht mehr im Weg...


Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch

Wahrhaftigkeit


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