Traumdenken

Neben der Glaubenssatzarbeit ist das Traumdenken im Wachzustand eines der wirkungsvollsten Mittel, mit denen Sie sich die eigene Verantwortung für Ihr Leben bewusst machen können. Nehmen Sie dazu an, dass Sie gerade träumen, und deuten Sie so eine Szene oder einen ganzen Lebensabschnitt:
  1. Was bedeutet das Geschehen für mich persönlich?
  2. Wie nützt es mir seelisch? (Auch unangenehme Situationen können einen unterschwelligen Nutzen haben, der Sie bindet.)
  3. Worin ähneln sich die Ereignisse?
  4. Welche Art von Ereignissen häuft sich gerade?
  5. Wie stehen sie in Verbindung zu meiner Gefühlshaltung vor dem jeweiligen Ereignis (und im Allgemeinen)?
Haben Sie den Bezug zu ihrer Gefühlshaltung herausgefunden, können Sie versuchen, diese in einem Glaubenssatz zu formulieren und bei Bedarf durch Glaubenssatzarbeit zu ändern. Manchmal genügt allerdings schon die bloße Erkenntnis ihres symbolischen Lebensausdrucks, um einen Gefühlskonflikt zu lösen und nun harmonisch zu handeln.

Die nervende Pedanterie eines Vorgesetzten zum Beispiel kann auf eine ohnehin empfundene Sinnlosigkeit Ihrer Arbeitssituation hinweisen. Sie ist dann nur die symbolische Zuspitzung, die Sie auf eine notwendige Gesamtveränderung hinweist. Oder: In einem über Jahre zunehmend unberechenbaren Arbeitsumfeld kann ein verdrängtes seelisches Chaos zum Ausdruck kommen, obwohl Sie auch hier nicht äußerlich dazu beitragen. Wenn Sie nur den Arbeitgeber wechseln, muss daher weder bei Ihnen noch bei ihm Ruhe einziehen. Es war und ist ein Drama aller Beteiligten, die sich aus verwandten Motiven zusammenfinden.


Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch

Wahrhaftigkeit


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