Glaubenssatzarbeit

Das, was wir glauben, ist nicht nur in unseren Gedanken. Wir fühlen es auch, und sehr oft liegt ihm diese Gefühlshaltung zugrunde. Glaube ist ein Komplex von aufeinander rückwirkenden Wahrnehmungen, bestehend aus sinnlichen Eindrücken, emotionalen Wertungen und sachlichen Überlegungen. Er drückt sich sowohl in unseren Träumen aus, als auch im Erleben unserer Wachrealität. Wenn wir diese Realität ändern wollen, müssen wir also zunächst unsere Glaubensvorstellungen von ihr ändern.

Da unsere Gedanken am freiesten sind, schlage ich vor, mit ihnen zu beginnen. Formulieren Sie eine Ihr Problem betreffende Vorstellung oder Annahme, von der Sie fest überzeugt sind, in einem Satz. Untersuchen Sie nun diesen Glaubenssatz:
  1. Wie ist mein Glaube begründet?
  2. Welche Auffassungsmöglichkeiten gibt es noch?
  3. In welchem Gesamtzusammenhang steht mein Glaube?
  4. Was wäre, wenn ich einen anderen Glauben hätte?
    (Mögliche Widerstände dagegen können mit derselben Frageliste relativiert werden.)
  5. Lässt sich ein solcher Glaube besser beziehungsweise tiefer begründen?
Wenn Sie schließlich Frage 5 mit Ja beantworten können, fällt es Ihnen sicher nicht mehr schwer, die neue, besser begründete Vorstellung anzunehmen.

Können Sie die mit Ihrer Situation verknüpfte Glaubens- und Gefühlshaltung nicht ausreichend bestimmen, versuchen Sie vielleicht einmal das Traumdenken.


Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch

Wahrhaftigkeit


Creative Commons Lizenz