Was hat Liebe mit Kreativität zu tun?

(Dieser Post setzt die Lektüre der theoretischen Blogbeiträge von Individualität und Realität bis Wahrheit, Harmonie und freier Wille voraus.)

Wenn Liebe tief und weit die (Wieder-) Vereinigung mit dem eigenen Potential ist, dann ist Kreativität dessen Verwirklichung. Wenn Kreativität dem Drang folgt, sich selbst zu verwirklichen, sich auf neue Weise zu spiegeln, zu erweitern und zu harmonisieren, dann ist Liebe der emotionale Ausdruck des zugrundeliegenden Sinns.

Woher kommt dieser Sinn des Kreativitätsdrangs?

Wechselwirkung (Austausch) mit geistig-seelisch harmonierenden Lebewesen, Bewusstseins­fokussen und Konzepten schafft ein besonderes Gewahrsein. Es zeichnet sich durch eine höhere Schwingungsrate (Wechsel­frequenz) und größere Beteiligung wesensnahen Bewusstseins aus: Der/Die/Das Geliebte geht uns nicht mehr aus dem Kopf und ist auf feine oder intensive Weise wichtig.

Die Untrennbarkeit dieser Liebe von allem, was wir tun, zeigt nicht nur unsere i-strukturierte Verflechtung mit größerem Bewusstsein. Indem sich diese Liebe auch auf Gewahrtes erstreckt, strebt ihre freigesetzte Energie die Ausbreitung auf bislang Unterbewusstes an. Das heißt, Liebe mündet direkt in Kreativität, bringt mit Freude neue Bewusstseins­fokusse hervor, in denen sie Ihre Qualität vervielfältigt. Die bedeutenderen von ihnen werden stabilisiert wie unauslöschliche Erinnerungen: ein Heim, ein Kind, ein Kunstwerk, ein Forschungsergebnis.

Trifft Liebe auf ein passendes Objekt, verstärkt sie sich. Andererseits zieht sie solche Objekte an. Doch Kreativität und Liebe bestehen wesentlich im Hervorbringen und Fühlen, weniger im Haben. Und was sie miteinander für andere erschaffen, haben sie nicht. Letztlich ist es eine werterfüllende Ent-Wicklung des Gewahrseins: Das scheinbar Endliche strebt nach dem, was es wirklich ist: dem Unendlichen.


Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch
Wahrhaftigkeit. Mit welchem Bewusstsein wir Realität erschaffen

Wahrhaftigkeit


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