Misstrauen in der Beziehung

Eine Beziehung, die Anlass zum Misstrauen gibt, ist entweder quälend oder ihr fehlt es an Tiefe. Beides sind berechtigte Gründe sie abzulehnen. Beispielsweise bedeutet Verschlossenheit eines Partners in einer wichtigen Angelegenheit für den anderen automatisch Risiko, das Risiko des Ungewissen, nicht Prüfbaren, Unkalkulierbaren. Wenn Sie darauf wetten, dass sie ihm schon auf die Schliche kommen würden, liegen sie damit auf Dauer garantiert falsch. So viel können sie gar nicht merken.

Zwar drückt sich auch unterdrückte Wahrheit aus (sie existiert), aber in verzerrter Form: Die Beziehung kränkelt, die Selbstharmonie ist gestört, ein Stück Einsamkeit macht sich breit.

Andererseits wollen Sie keinen unnötigen Verlust der Beziehung riskieren. Also achten Sie auf alle kleinen Hinweise und vergessen nicht jene unmerklichen, die Sie lieber übersehen würden und bisher auch nicht gesehen haben. Sie haben Anspruch auf eine Beziehung, die auf Wahrheit und nicht auf Täuschung beruht, und so fragen Sie den anderen nach dem, was ihn bewegt und versichern ihm Ihre Bereitschaft zu verstehen. Vielleicht vertagt er sich für längere Zeit. Einige Informationen werden Sie auf unglaublichen Wegen von außen erreichen, wenn Sie danach lechzen. Doch irgendwann kommt es nur noch auf seine Offenheit an.

Kommt sie nicht, haben Sie die Wahl, die daraus folgende Verflachung der Partnerschaft zu akzeptieren - sofern der andere Ihnen seine Prioritäten glaubhaft macht und warum die Beziehung von der Wahrheit nicht bedroht wäre. Oder es ist Zeit für ein ernst gemeintes Ultimatum.

Öffnet sich der andere hingegen, brauchen Sie Ihre Kreativität, um mit der Wahrheit umzugehen…


Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch