Tag 7: Ordnungstausch (Freier Wille)

Ich möchte noch einmal auf die Wahlfreiheit zurückkommen. Ich frage mich, wie einander gegensätzliche Entscheidungen zweier Individuen zu einer freien Wahl jedes einzelnen führen können. Wenn ich zum Beispiel entscheide, diese Unterhaltung fortzusetzen und Sie entscheiden, sie zu beenden, sind wir dann beide noch frei?

Es entsteht natürlich ein Gegensatz, insofern als es für mich jetzt schwieriger ist, Sie hinauszukomplimentieren. Und Sie haben es schwerer, mich zum Weiterreden zu überreden. Wir könnten zwar wieder auf die Frage verweisen, warum wir uns erst in diese Situation gebracht haben. Aber eine grundsätzliche Lösung sollte man nicht "nach hinten" verschieben. Sie muss auch hier und jetzt gelten.

Darauf wollte ich hinaus.

Also abgesehen vom Ursprung der Situation müssen wir - so wie wir uns kennen - auch in ihr noch ein gewisses Maß an Freiheit haben.

Tag 6: Allumfassende Kreativität

Ich habe mir eine kleine Zusammenfassung zum Thema Ganzheit notiert:

Jede Wahrnehmung ist individuell. Zum einen weil sie nur aus einer einzigen Perspektive möglich ist und zum anderen weil sie die wahrgenommene Struktur intuitiv vereint. Wenn wir die Perspektive verändern, verändern wir deshalb die ganze Wahrnehmung. Um unterschiedliche Wahrnehmungen in Bezug zueinander zu setzen, müssen wir zwischen ihnen wechseln und so eine neue intuitive Ganzheit bilden, die den Wechsel als solchen beinhaltet. Das galt allerdings schon für die erste Wahrnehmung, weshalb es immer um die Ganzheit von Wechseln geht.

Zum Glück nehmen wir diese zum großen Teil diffus als kondensierte Einheit wahr, besonders wenn wir den Wechsel quer betrachten, aber auch wenn wir uns in seiner Linie befinden. In letzterem Fall tarnt das Kondensat unser Potential die andere Wechselseite zu erreichen.

Tag 5: Unzerstörbar

Ich musste darüber nachdenken, was Sie mit Gipfelung meinen. Wie kann der Ausgangspunkt einer Perspektive, ein Intensitätsgipfel der Wahrnehmung, sich aus Wechseln ergeben? Muss ich einen bestimmten Gipfel nicht voraussetzen, um über einen gewahrten Wechsel reden zu können?

So ist es letztlich. Wir gehen von einer Wahrnehmung aus. Diese ist ganzheitlich und daher einzigartig, denn jeder Vergleich mit anderen Ganzheiten würde eine neue Ganzheit schaffen. Diese einzigartige Ganzheit unserer Wahrnehmung ist daher immer der Ausgangspunkt. Sie ist der aktuelle Intensitätsgipfel. Alles was wir dann untersuchen, sind Beziehungen zu anderen Ganzheiten, ob Teilganzheiten oder außenliegende. Eben der Wechsel von Ganzheiten.

Könnte es nicht innerhalb unserer Ganzheit einen höheren Teilgipfel geben?

Tag 4: Das unbegrenzte Potential

Die Entstehung von Entscheidungsfreiheit habe ich mit Ihren Büchern zumindest intuitiv verstanden. Doch die Wechselgeschwindigkeitserklärung scheint mir ein intuitives Verständnis der I-Struktur mehr zu behindern als zu fördern. Eine Entscheidung wird offenbar auf eine Bewusstseinseinheit reduziert. Kann das sein?

Auf eine Bewusstseinseinheit, die durch Identität von Veränderungsdrang und Alternativen zu neuen Bewusstseinseinheiten führt. Ebenso richtig ist aber, dass alle Bewusstseinseinheiten durch die unendliche Wechselgeschwindigkeit eine Einheit bilden und quasistatische Fokusse formen. Einheit wird durch unendlich schnellen Wechsel intuitiv, denn er ist der Übergang zur Ganzheitlichkeit in Nullzeit. Man darf einfach die Null nicht vergessen. Sie wird nicht nur angenähert, sondern erreicht. Das ist Ganzheit! Der Wechsel dient nur der Verbindung mit dem Unterschied. Ganzheit und Struktur bilden einen Gegensatz, der durch Wechsel ausgeglichen wird.

Der Wechsel allerdings ist selbst ein Gegensatz …?

Tag 3: Gewahrsein im Wechsel

Wenn ich die letzten beiden Tage zusammenfasse, dann ist Bewusstsein allgegenwärtig, und aufgrund seiner Struktur ist Entscheidungsfreiheit ebenso allgegenwärtig.

Richtig. Der Zwang zum Wechsel der Situation, die I-Struktur und die letztliche Identität von Geschlossenheit und Offenheit ergeben eine ständige Wahl des weiteren Weges. Diese drei Faktoren sind im Grunde ein und dasselbe.

Bewusstsein.

I-Struktur, ja.

Oder Gewahrsein?

Auch das ist im Grunde dasselbe. Wir haben ja schon darüber gesprochen, dass jede Seite immer potentiell ist, dass es nur Wechsel als solchen gibt. Wenn wir meinen, zwei Seiten zugleich wahrzunehmen, täuschen wir uns strenggenommen. Wir heben sie aus dem umfassenderen Wechsel heraus, indem wir sie quer drehen und dabei ihren Wechsel scheinbar verlangsamen.

Tag 2: Entscheidungen überall

Zur Offenheit des Wechsels fiel mir heute wieder ein, dass die Bewusstseinseinheit eigentlich eine Abstraktion aus einem größeren Zusammenhang ist. Sie kann also gar nicht abgeschlossen sein und demnach auch keine andere Ganzheit, die sich aus Bewusstseinseinheiten zusammensetzt. Oder?

Jaein. Eine abgeschlossene Einheit könnte für nichts anderes existieren, so weit einverstanden. Doch wir müssen diese Extremfälle zulassen, wie Sie gleich merken werden.

Ich bin ganz Ohr.

Machen wir mit der Rotation weiter, weil sie anschaulicher ist. Wir könnten aber auch ein Hin-und-her-Wechseln oder etwas Komplizierteres nehmen.

Tag 1: Was ist eine Bewusstseinseinheit?

Herr Janew, Sie behaupten eine Grundstruktur des Bewusstseins entdeckt zu haben. Müssten wir jetzt nicht alle elektrisiert aufspringen?

Ich denke nicht, dass so etwas geschieht. Dafür liegt diese Struktur zu nahe. Niemand will gern glauben das Wichtigste ständig zu übersehen.

Oops. Und das wäre?

Zunächst einmal, dass Materie keinen Boden hat. Das ist nicht neu, doch wir ignorieren es. Stattdessen glauben wir immer noch an eine Art Substanz, die die Welt zusammenhält. Wir können sie ja anfassen, nicht wahr?
Die Quantenphysik ist zwar ein bisschen weiter, sie spricht von Feldern, Wahrscheinlichkeitswellen und, wie die Physik überhaupt, von Naturgesetzen, doch sie weigert sich in aller Regel weiter zu fragen: Worauf beziehen sich all diese Gesetzmäßigkeiten? Inwiefern sind sie die Grundlage der Welt?

Urvertrauen

Wenn wir nach der einen Ursache fragen, die immer wieder zu menschlichem Fehlverhalten wider besseres Wissen führt, finden wir das mangelnde Gespür für die Verbundenheit mit anderen, der Umgebung und allem Höheren. Hätten wir es, wären wir uns dessen gewahr, dass alles eine einzige Bewusstseinsbewegung ist, dass jede Erfahrung in alle anderen Erfahrungen eingeht und aus dem dynamischen Gleichgewicht einer tiefen Ganzheit schöpft. Dieses umfassende Gleichgewicht ermöglicht uns einerseits, die eigene seelisch-soziale Balance flexibel zu handhaben, ohne ins Bodenlose zu stürzen. Andererseits ist Flexibilität im Kleineren ein gutes Mittel, Stabilität im Größeren zu wahren.

Höhere Harmonie - erfüllendes Leid?

Es gab Zeiten, da galt Leiden als gut, weil es einem höheren Zweck diente, dem späteren himmlischen Glück. Von anderer Warte aus wäre dies ein umfassenderes Glück, da es ja viel länger halten soll. Nicht unlogisch, nur eingleisig.

Denn hinter der gefühlten Disharmonie des Leids verbergen sich auch unmittelbare Harmonien: Unter der Trauer ist Liebe, die finanzielle Enge schreit nach geistiger Beweglichkeit, und in der Krankheit liegt Stille zum Erkennen. Nur wenn wir es nicht wahrhaben wollen, wenn wir die höhere Harmonie des Ganzen verleugnen, packt uns die Verzweiflung.

Ist Glückseligkeit sinnvoll?

Andere würden eher fragen, welchen Sinn das Leben denn haben soll, wenn nicht den, glücklich zu werden. Wirklich? Ist das alles?

Da würde vielleicht auch eine raffinierte Droge genügen, die bis an ein fernes Lebensende vollkommene Glücksgefühle beschert. Nicht?

Gut, mir wäre das auch zu dumpf. Aber was suchen wir stattdessen?

Erschaffung: Meisterprogramm

Die nächste einzigartige Realität, für die wir uns entschieden haben, erschaffen wir, indem wir diese Realität voller Vertrauen auf die Macht All-dessen-was-ist in die vorderste/oberste Position heben. In individueller und kollektiver Hinsicht. Die anderen fallen ab.

Dieses Hervorheben aus dem Reich des Wahrscheinlichen in unsere Position geschieht sowohl emotional als auch bildhaft. Es umfasst unser ganzes Erleben, unsere ganze Einordnung in die Natur.

Dem Wahrscheinlichkeitsdenken entsprechend verbinden wir uns mit denjenigen Aspekten aller Beteiligten, die mit unserer Entscheidung einverstanden sind. Indem wir gerade die Realität hervorheben, in der sich alle in unserem Sinn entschieden haben, statt einer, in der sie anders wählten, erschaffen wir eine neue Hierarchie der Wahrscheinlichkeiten mit der beabsichtigten an der Spitze.

Reichtum und Neid

Materieller Reichtum existiert nicht. Denn Reichtum wird immer empfunden. Sogar der Wert des Geistigen.

Der Materialist identifiziert sich mit seinem Besitz, der Lebenserfahrene braucht vielleicht gar keinen, und der Geistesforscher versteht womöglich nicht, was er damit soll. Alles kann tiefer oder oberflächlicher, direkter oder indirekter, mehr oder weniger mit unserer Seele harmonieren. Ja, Reichtum kann erlangt werden ganz ohne "Umwege" über äußere Ereignisse oder Errungenschaften: in meditativer Stille. Denn im Grunde haben wir ihn bereits. Wir müssen ihn nur neu entdecken.

Über Menschen urteilen

Über andere Menschen zu urteilen heißt noch nicht, sie zu verurteilen. Es ist einfach eine Wahl, die natürlich immer eine Wertung, eine Gewichtung, bedeutet. Eine solche Wertung mag aber über bloße Vorliebe hinausgehen, indem sie Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt. Das ist der Punkt, an dem sie mit den Wertungen anderer kollidieren kann.

Jeder Allgemeinheitsanspruch ergibt sich jedoch aus einem Bezug, einer gefühlten Verbundenheit oder Identifikation mit dem anderen und ist deshalb nicht beliebig. Die Frage lautet vielmehr, welcher Art die Verbundenheit ist.

Energieballons stechen

Mit wem unterhalten wir uns eigentlich, wenn wir mit jemandem sprechen? Mit der Person selbst? Eher wenig. Lieber mit unserer Vorstellung von ihr!

Das kann mehr eine Projektion unsererseits sein als ein Abbild des anderen, so dass wir mit ihr noch brabbeln, wenn er längst weg ist. Dennoch dient eine solche "Kreatur" als Kommunikationseingang, um den anderen zu erreichen, und kann sich insbesondere im Traum und beim Hineinversetzen nützlich machen.

Hineinversetzen

Jemandem zu sagen, wir verstünden, was in ihm vorgeht, kann zum einen unglaubwürdig erscheinen. Zum anderen kann es seine Intimsphäre verletzen, unabhängig davon, ob wir richtigliegen. Haben wir recht, könnten wir damit Selbstlügen von ihm aufdecken, was ihn noch mehr in die Verteidigung drängte. Doch abgesehen von diesen Befindlichkeiten ist die Möglichkeit des Hineinversetzens in anderes Gewahrsein - und damit das Gewahrsein anderer - nicht nur theoretisch notwendig (Gewahrsein I und Gewahrsein II), sondern auch praktisch anwendbar.

Angst akut: Einsichten und Tipps

  1. Machen Sie sich klar, dass Angst ursprünglich dazu diente, zusätzliche Energie für Angriff oder Flucht zu mobilisieren, die hier aber gar nicht gefragt ist!
  2. Schrauben Sie die Erwartungen nicht so hoch, damit auch die Angst nicht so "begründet" ist.
  3. Identifizieren Sie die Angst als Gegner, der dem Ziel im Wege steht. Auf Grund dessen ihn links liegen lassen, an ihm vorbeisteuern und auf das Ziel konzentrieren. Er verschwindet dann.
  4. Was Sie ohne Angst vermasseln, hätten Sie auch mit Angst vermasselt.

Wider die Angst

Haben wir Angst, meiden wir ihren vermeintlichen Auslöser und verhindern einen vermeintlichen Schaden. Das ist der Sinn des Angst-Konzepts. Doch Meidung bedarf eigentlich keiner Angst.

Sie kann durch Zielorientierung ersetzt werden, also durch die Konzentration auf das Erwünschte und ein bloßes Randgewahrsein der Gefahr. Wie ein geübter Kampfsportler reagieren wir mit entschlossenem Vorstoß und gleichzeitigem Ausweichen nebenbei. Instinkt wird durch den Vorrang bewusster Entscheidung ersetzt: Statt "Nur weg!" heißt es "Dorthin!"

So können wir uns auf Erfolge freuen, ohne Misserfolge zu fürchten. Denn wenn wir trotz Zielorientierung einen Misserfolg erleiden, dann ohne unser bewusstes Zutun: Es bringt nichts, ihn vornan zu stellen. Erfolg jedoch muss anvisiert werden.

Blockaden und so

Die Harmonie unseres Wollens hat intellektuelle, seelische und noch tiefere Aspekte. Zu den seelischen gehört unser Vertrauen in jenes tiefere Gewahrsein (II), das unser bewusstes Wissen und unsere Macht bei weitem übersteigt. Obgleich ihm unter- und halbbewusste seelische Blockaden vorgelagert sein mögen, spüren wir doch zumindest manchmal das Gute, Wahre und Schöne an dessen Grund. Halten wir diese Momente fest. Und arbeiten wir von dort ausgehend daran, die Blockaden darüber zu beseitigen.

Die Essenz verwirklichen

Wie genau sollten wir ein Ziel anpeilen?

Einfach strukturierte Übungen wie schönes Wetter anziehen, die Wahrscheinlichkeit für eine Parklücke heben, einen guten Bekannten "zufällig" treffen, brauchen nur eine rechtzeitige, locker-klare und leicht emotionale Konzentration auf das Erwünschte. Bei weiterreichenden Vorhaben in einem weniger flexiblen Umfeld sollten wir jedoch keine "Kraft" vergeuden, sondern uns erst einmal fragen, was wir eigentlich wollen.

Was bedeutet es uns, mehr Geld zu haben? Freiheit? Sicherheit? Anerkennung? Was erwarten wir von einer neuen Liebesbeziehung? Leidenschaft? Geborgenheit? Verantwortung? Bevor Sie nun sagen: "Alles", fragen Sie sich doch einmal, an welcher Stelle Sie den größten Mangel verspüren. Oder was Sie sich am meisten wünschen. Und nun überlegen Sie bitte, wie dieses Bedürfnis noch auf andere Weise gestillt werden kann.

Der 100 Prozentige

Der 100 Prozent Gläubige vergibt eine große Chance. Er engt sein Bewusstsein ein bis alle anderen Denkmöglichkeiten ausgeschlossen sind. Damit verschließt er sich auch der Möglichkeit, eine bessere Realität zu finden, als er sie sich vorstellen kann.

Manche, die ihr Bewusstsein derart verengen, behaupten, andere Blickwinkel durchaus einbezogen zu haben. Doch die Nachfrage zeigt meist, wie flüchtig sie das taten. Fast immer außen vor bleibt die Gefühlshaltung der anderen Perspektiven. Während der 100 Prozentige seinen Verstand durch fremde Standpunkte schweifen lässt, haftet er emotional weiterhin an seiner bevorzugten Sicht, so dass die anderen von vornherein keine Chance haben. Sie werden mit oberflächlichen Argumenten abgewehrt.

Erschaffung: Kombiprogramm

Bestimmt ist Ihnen in Ihrem Leben schon aufgefallen, dass das Erwünschte oft genau dann eintritt, wenn Sie gerade aufgegeben haben, danach zu streben. Dies scheint der Lehre vom bewussten Erschaffen zu widersprechen. Doch in Wirklichkeit ist es ein Teil von ihr.

Sobald wir einen Wunsch loslassen, übergeben wir ihn an das verborgene, umfassendere "Bezugssystem 2", aus dem sich das Offensichtliche entfaltet. Damit bekräftigen wir, dass unser Tun nicht (mehr) hauptverantwortlich ist, für das was nun kommt, sondern "die Welt". Und so öffnen wir uns für Geschenke in Reaktion auf unseren bloßen Wunsch.

Das reine Herz

Das Grundgebot der Realitätserschaffung "Folge deiner Absicht reinen Herzens!" besagt:
  1. Wir haben eine Absicht.
  2. Wir hegen sie und folgen ihr.
  3. Wir sind mit uns über beides im Reinen.
Besteht die Reinheit im Innern nicht, ist dies eines der beiden größten Hindernisse für unser Fortkommen. Das andere mögliche Hindernis ist die Freiheit jedes Individuums, welches von unserem Vorhaben betroffen ist. Man sieht leicht, dass beide eine einzige Bedingung ergeben: Harmonie von weit innen bis weit außen. 

Der Absicht folgen

Was unterscheidet die Absicht von Wunsch und Ziel? Sie enthält beide und noch mehr.

Wenn der Wunsch unser Bedürfnis ausdrückt und das Ziel seine Erfüllung bedeutet, dann bezeichnet die Absicht den Weg dorthin. Der Wunsch steht am Anfang, das Ziel am Ende und dazwischen liegt die Aktion. Konzentrieren wir uns auf die Absicht, haben wir alles zugleich im Visier. Damit mündet die Absicht sofort in Aktion.

Erschaffung: Grundprogramm

Haben Sie 
  1. ergründet, was Sie wirklich wollen
  2. hinderliche Überzeugungen aufgespürt und mittels Glaubenssatzarbeit durch ihr Gegenteil ersetzt,

    können Sie eine klassische Methode der Realitätsveränderung ausprobieren:

Realitätserschaffung 10 Prozent plus

Wie können wir eine absichtliche Realitätsveränderung mit minimalen Annahmen beschreiben?
  1. Wir verändern unsere individuelle Realität. 
  2. Dies wirkt sich auf die Realität anderer Individuen aus. 
  3. Wir treffen auf Widerstände. 
  4. Wir finden Unterstützung. 
All das ist nichts Neues für ein konventionelles, nicht-magisches Weltbild. Das Wort "Realitätserschaffung" suggeriert jedoch mehr: Wir erschaffen auch das, was gewöhnlich als unabhängig von uns angesehen wird.

Aus dem Schlaraffenland

Eine Welt, in der uns jeder Wunsch augenblicklich erfüllt wird, wäre für uns offensichtlich nicht sinnvoll, sondern einfach beliebig. Wir müssten nicht einmal einen bestimmten Wunsch haben, denn wir könnten jeden anderen ebenso gut nehmen. Wir bräuchten unsere Wünsche auch nicht zu verstehen, ja es gäbe gar nichts zu verstehen. Das, was wir jetzt von uns wissen und was als Basis unserer Wünsche dienen könnte, stünde in keinem Zusammenhang mit einer umfassender gültigen Wirklichkeit. Wir könnten uns deshalb ebenso gut unsere Auflösung wünschen. Und warum sollten wir das nicht tun?

Entweder also strukturieren wir unsere Erfahrung so, dass wir sie nicht ohne Weiteres wechseln können, stellen uns damit also bestimmte Aufgaben (etwas zu erfahren, zu entwickeln, zu integrieren). Oder - was im Grunde das Gleiche ist - sie werden für uns von einem tieferen Selbst von einer umfassenderen Ebene aus strukturiert, und wir tun gut daran, diesem Selbst zu folgen.

Warum bitten?

Wenn wir nicht ewig den gleichen Fehler machen wollen zu glauben, wir hätten schon alles Wesentliche erkannt ("Krankheiten sind Flüche", "Atome sind unteilbar", "Nichts Schwereres als Luft kann fliegen", "Die Schallmauer ist undurchdringlich" und so weiter), müssen wir davon ausgehen, dass uns mehr beeinflusst als wir merken, und wir mehr bewirken können als wir wissen.

Zielorientierung

Es ist schön ein Ziel zu haben. Wir können von ihm träumen, uns an ihm ausrichten und zu ihm entwickeln. Zeigen sich Probleme, haben wir zusätzlich Gelegenheit, an deren Lösung zu wachsen.

Zielorientierung geht allerdings über Lösungsorientierung hinaus. Sie bedeutet, dass wir, selbst wenn Probleme unlösbar erscheinen, an einem als richtig erkannten Ziel festhalten. Kleine Hindernisse beseitigen wir nicht, sondern steuern an ihnen vorbei oder mittendurch. Und hinsichtlich der großen vertrauen wir darauf, dass sich eine Lösung oder Umgehung finden wird. Wir können gesunderweise nicht 100prozentig sicher sein, doch wir kontrollieren die Zieleinstellung, nicht die Gegensätze.

Der Königsweg

Da wir meist zu wenig wissen, um das Ergebnis unseres nächsten Schritts sicher vorherzusehen: Was können wir tun, um im jeweils gegenwärtigen Moment alles richtig zu machen?

Selbstverantwortung und Selbstbefreiung

Ihre Weltsicht mit allem Drum und Dran haben nur Sie allein, denn es ist das, was Sie als Individuum ausmacht. Jeder andere sieht die Dinge anders, ziemlich anders, wenn man ihn genau fragt, auch wenn Sie sich in manchen Punkten mit ihm treffen. Entsprechend individuell sind auch Ihre Beweggründe für alles, was Sie sich wünschen und was Sie tun. Zwar versuchen wir Gemeinsamkeiten zu finden und herauszustellen, um uns geborgen zu fühlen oder der gegenseitigen Hilfe zu versichern, doch im Grunde wissen wir, wie wenig wir wirklich teilen. Genaugenommen gar nichts. Oder wenn wir "teilen" wörtlich nehmen, im Sinn von "zerteilen", dann teilen wir    alles - nämlich in individuelle Perspektiven, einzigartige Daseinsweisen, ureigene Gefühlsnoten.

Hartnäckige Verhaltensmuster lockern

Möglicherweise wissen oder ahnen Sie längst, dass Sie in Ihrem Leben etwas nicht richtig machen, nicht im Sinn Ihres oder jemandes anderen Wohls handeln. Doch wie gebannt folgen Sie weiter dem eingeschlagenen Weg, können sich aus irgendeinem Grund nicht lösen und versuchen Alternativen auszublenden. Fragen Sie sich einmal konsequent und ohne Vorbehalte:
  1. Was wird geschehen, wenn ich so weiter mache?
  2. Will ich das wirklich?
  3. Wenn nicht, was will ich wirklich?
  4. Wenn das möglich wäre, was müsste ich dafür tun?
  5. Warum tue ich es nicht?
  6. Kann es sein, dass ich das nur glaube?

Traumdenken

Neben der Glaubenssatzarbeit ist das Traumdenken im Wachzustand eines der wirkungsvollsten Mittel, mit denen Sie sich die eigene Verantwortung für Ihr Leben bewusst machen können. Nehmen Sie dazu an, dass Sie gerade träumen, und deuten Sie so eine Szene oder einen ganzen Lebensabschnitt:

Glaubenssatzarbeit

Das, was wir glauben, ist nicht nur in unseren Gedanken. Wir fühlen es auch, und sehr oft liegt ihm diese Gefühlshaltung zugrunde. Glaube ist ein Komplex von aufeinander rückwirkenden Wahrnehmungen, bestehend aus sinnlichen Eindrücken, emotionalen Wertungen und sachlichen Überlegungen. Er drückt sich sowohl in unseren Träumen aus, als auch im Erleben unserer Wachrealität. Wenn wir diese Realität ändern wollen, müssen wir also zunächst unsere Glaubensvorstellungen von ihr ändern.

Was Sie wirklich wollen

Wie finden Sie das heraus? Zunächst indem Sie aufhören, bei jeder Idee gleich Konsequenzen und Hindernisse mitzudenken. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf. Was würden Sie tun oder haben wollen, wenn alles ginge? Achten Sie auf Wünsche, die Sie sonst so schnell beiseiteschieben, dass sie kaum noch auffallen, und verstärken Sie diese bewusst. Welchen Impulsen würden Sie folgen, wenn Sie alle Möglichkeiten hätten? Schreiben Sie alles auf.

Es gibt noch immer keine Konsequenzen und Hindernisse. Bringen Sie alle Ideen in eine Reihenfolge von der emotional wichtigsten an. Nehmen Sie nun die oberste und fühlen Sie, wie es ist, sie verwirklicht zu haben. Ist es wirklich richtig? Falls nicht, variieren Sie. Was ist das Wesentliche an dieser Idee? In welcher Form kann es sich noch realisieren? Schreiben Sie es auf.

Optimismus tiefenrealistisch

Ein Leben, das über bloßes Dasein hinausgeht, kann sich Neutralität allein nicht leisten. Denn einem wirklich Neutralen wäre alles gleichgültig. Er müsste taumeln oder erstarren.

Doch der Optimist weiß weiter. Er ist realistisch, wenn er negative Erfahrungen als Warnschilder stehen lässt, ohne sie sich unnötig auszumalen. Er wird lieber an die angenehmen denken und solche für die Zukunft anstreben und hervorheben. Sein Ziel ist eine angenehme Realität, keine Illusion. Dazu gehört die Verschiebung des Unangenehmen dahin, wo er sich seiner nur noch am Rande gewahr ist. Denn wenn die Konzentration auf das Negative nichts Wesentliches mehr zur Erkenntnis beiträgt, darf sich das Positive frei entfalten.

Desillusionierung der Ideale

Ideale, die wir schon früh hegen, etwa eine glückliche Beziehung, ein erfüllender Beruf oder eine faire Gesellschaft, sehen wir gern in der Zukunft, da wo wir sie verwirklicht haben wollen. Doch wenn wir älter werden, verlagern sie sich irgendwie. In der Zukunft sind sie meist nur noch winzig. Falls wir "es" nicht geschafft haben, sind wir desillusioniert. Was ist aus unseren Idealen geworden?

Vom Wert enttäuschender Erfahrungen

Stellen Sie sich vor, Sie könnten eine enttäuschende Erfahrung zum zweiten Mal machen, doch diesmal mit glücklichem Verlauf. Hat das noch so hohen Wert für Sie wie am Anfang? Wäre es noch so sinnvoll?

Ich finde nicht. Der zweite Aufguss schmeckt nicht wie der erste, auch wenn die Zutaten jetzt stimmen. Es kam offenbar auf die Erfahrung als solche an, unabhängig von Lust oder Frust. Das sind eher Zugaben. Die Erfahrung selbst mit all ihren Wirkungen ist es, die unser Leben bereichert, nicht so sehr das Glücksgefühl.

Was nützt ein misslungener Versuch?

  1. Er ist ein verwirklichtes Selbstbekenntnis.
  2. Er setzt ein Zeichen für andere.
  3. Er beinhaltet eine Lehre.
Dies alles sind Aspekte unserer Werterfüllung, eben das, was mit dem Versuch erreicht werden sollte. Und wo ist hier eigentlich der Unterschied zum gelungenen Versuch?

Enttäuschungsschmerz vermeiden

Schmerz und Lust, beide bilden eine Sackgasse. Während uns der Schmerz "ehrlich" wieder wegtreibt auf seinen Nullpunkt, ist die Lust ein Ziel, das uns "verrät", das schwindet, nachdem wir es erreicht haben. Lust kann deshalb nicht alleiniger Zweck sein.

Letztlich "verrät" uns sogar der Schmerz, nämlich dann, wenn wir am Nullpunkt stehen bleiben: Er kommt erneut als Langeweile und treibt uns weiter, auf den Weg zur Lust. Sind wir inzwischen weise geworden, genügt sie uns jetzt in Maßen und kann immerhin dauern, solange wir sie in Bewegung halten.

Was hat Liebe mit Kreativität zu tun?

(Dieser Post setzt die Lektüre der theoretischen Blogbeiträge von Individualität und Realität bis Wahrheit, Harmonie und freier Wille voraus.)

Wenn Liebe tief und weit die (Wieder-) Vereinigung mit dem eigenen Potential ist, dann ist Kreativität dessen Verwirklichung. Wenn Kreativität dem Drang folgt, sich selbst zu verwirklichen, sich auf neue Weise zu spiegeln, zu erweitern und zu harmonisieren, dann ist Liebe der emotionale Ausdruck des zugrundeliegenden Sinns.

Woher kommt dieser Sinn des Kreativitätsdrangs?

Freiheit in der Partnerschaft

Diese Freiheit bedeutet konsequenterweise, die Freiheit des anderen niemals in Frage zu stellen. Er kann tun und lassen was er will und ich auch. Wenn mein Tun für ihn schmerzlich ist, kann er entscheiden, wie er damit umgeht - und ich bin mir dieser Möglichkeiten (einschließlich einer Trennung) bewusst, bevor ich meine Entscheidung treffe.

Ich bin mir sogar unbekannter Reaktionsmöglichkeiten bewusst und akzeptiere deren Risiko - oder eben nicht. Ich kann die möglichen Schmerzen des anderen in meinen Entscheidungsprozess einbeziehen und dennoch frei entscheiden, denn ich bin zuallererst meiner Freiheit verantwortlich. Erst dann kann ich diese Freiheit auch freiwillig einschränken. (Die Tatsache frei entscheiden zu können, geht jeder abzuwägenden Alternative vor.)

Treue und Eifersucht - ein Problem?

Wer Ausschließlichkeit einer Beziehung anstrebt, will damit ihre Besonderheit hervorheben und verstärken, sie nicht durch Neben­beziehungen schmälern lassen oder ihren Verlust riskieren. Das geht so lange gut, wie sich beide Partner gegenseitig ausfüllen. Auf Dauer werden sie jedoch über ihre Beziehung hinauswachsen.

Selbst von Anfang an ist totale Ausgefülltheit unwahrscheinlich und ihr Erstreben fragwürdig. Die Intensität der Liebe steigt mit ihrer Tiefe, ja. Und mit naturgemäß begrenzter Liebesfähigkeit kann man zwei Partner nicht jeweils so sehr lieben wie einen einzigen Idealpartner. Insofern tendieren tief empfindende Wesen zum Vorrang einer einzigen Beziehung. Doch weder Tiefe noch Vorrang benötigen Ausschließlichkeit.

Liebe tief und weit

(Das Kleingedruckte können Sie überspringen, wenn Sie All-das-was-ist noch nicht gelesen haben.)

Je tiefer Individuen einander lieben, desto mehr ist es eine Liebe ihrer Ideale. Die verwirklichten Seiten der Individualität bilden nur einen Teil der neuen Harmonie, einen der sich mit ihr bereits verändert hat. Das, was beide fühlen und anstreben, ist vielmehr das eigene geweckte Potential, welches auf den anderen und sein Potential anspricht. Es ist die (beginnende) Co-Verwirklichung verborgener wesenseigener Aspekte, die das ganze Leben verwandeln und verzaubern können.

Bedenken wir, dass alles Gewahrsein ineinander übergeht, sich zum Gewahrsein eines jeden Individuums zusammen­wickelt, aus dessen Tiefe sich dann nur ein Teil dieses gigantischen Potentials entfaltet, so hat Liebe auch universellen Charakter. Dabei muss die Liebe All-dessen-was-ist jedem unendlichen Gewahrsein als momentane Form seiner selbst gleich zugewandt sein.

Verlieben und Entlieben

  1. Am Anfang steht eine mehr oder weniger tiefe Grundresonanz: Harmonie, Sympathie, Vertrautheit.

  2. Nun werden immer mehr Merkmale und Eigenheiten des anderen einbezogen, auch zu ihnen Resonanz hergestellt. 
    Hier kann ein Verlieben noch verhindert werden. In welche Richtung - Erotik, Freundschaft, Verehrung - sich die Resonanz weiterentwickelt und ob überhaupt, hängt auch von der bewussten Betonung ab.

Bedingungslose Liebe?

Erstaunlicherweise bedarf das Gefühl der Liebe nicht zwangsläufig eines Gegenübers, nicht einmal eines vorgestellten. Es kann einfach ein Seinszustand sein, etwas, in dem wir uns bewegen, das uns harmonisch von innen nach außen verweist und alles umfasst. Ohne Bedingungen.

Verzeihen - muss das sein?

Wäre unsere Vergebung dem anderen sicher, müsste er keine Rücksicht auf uns nehmen. Offenbar braucht Vergebung mehr als unseren guten Willen. Ja, im Grunde ist Vergebung gar nicht nötig.

Wenn ich voll und ganz verstehe, warum der andere so gehandelt hat, wie er es tat, kann ich entscheiden, ob ich sein Verhalten akzeptiere oder nicht. Und welche Konsequenzen ich für mich daraus ziehe. Dies setzt meist voraus, dass der andere sein Verhalten selbst versteht und darüber spricht. Bereuen muss er es nicht und zu verzeihen gibt es auch nichts.

Kriterien der Redlichkeit

Dies sind die Werte des mitmenschlichen Umgangs, die ich unter dem Begriff "Redlichkeit" zusammenfasse.

1 = niedrig
Bedeutung einzeln
Einfluss auf die anderen Werte 
Gesamt­bedeutung

Aufrichtigkeit


3

4

7

Achtung


4

2

6

Zuverlässigkeit


2

3

5

Gerechtigkeit


1

1

2
Die Bewertung entstammt meinem persönlichen Erleben, obschon ich sie der allgemeineren Gültigkeit verdächtige:

Aufrichtigkeit und Leidenschaft

Die meisten Menschen wissen spontan sehr gut, was Aufrichtigkeit ist und was sie in Ihrem Leben bedeutet:
  • Aufrichtigkeit führt zu Entwicklung und Wachstum der Persönlichkeit und so - über den manchmal mit ihr verbundenen Schmerz hinaus - zu größerer Freiheit.
  • Aufrichtigkeit belastet nicht durch innere Widersprüche und die Kontrolle eines Lügennetzes. Sie macht echte Spontanität erst möglich.
  • Aufrichtigkeit respektiert den anderen als mündigen und freien Partner. Damit wertet sie diese Partnerschaft auf.

Schweigen oder den Partner belügen?

Offenheit und Achtung sind eine verlässlichere Basis für enge Beziehungen als Beschönigung und Mogelei. Denn je mehr wir unsere tiefe Verbindung nur auf einer gefälligen Oberfläche ausleben, desto mehr geht von ihr verloren und desto mehr Zeit haben wir verschwendet. (Auch anfangs spielerisch versteckte Werte wollen ja letztlich offenbart und gelebt werden.)

Statt zu lügen ist es ehrlich, wenigstens zuzugeben, dass man etwas nicht sagen will. Sofern der andere dies respektieren kann.

Gute Illusionen und mäßige Rollen

Illusionen können nützlich sein, wenn sie bestimmte, für mich, den Illusionierten, sinnvolle Aktivitäten bewirken. So zum Beispiel in einem Lehrer-Schüler-Verhältnis, wenn mich mein Lehrer belügt, um mich auf eine Spur zu setzen, auf der ich die Wahrheit selbst finden soll. Ich vertraue dem Lehrer dabei als solchem und habe mich auf sein Spiel eingelassen. Zwischen der Wahrheit und der Lüge besteht eine höhere Harmonie.

Echte Gefühle, falsche Tatsachen?

Kann man Tatsachen gegen Gefühle ausspielen? Besonders Frauen wird gelegentlich nachgesagt, sie ließen gerne mal fünf gerade sein, um ihre oder seine Gefühle nicht zu trüben. Dann war sie eben Schaufenster gucken statt mit dem Kollegen spazieren.

Nun können Gefühle zweifellos eine tiefere (umfassendere) Wahr­heit bedeuten als oberflächliche Tatsachen. So erscheint es zuweilen richtig, auf die Gefühle zu setzen und den Rest zu verdrehen. Doch dieser Widerspruch zwischen Tatsache und Gefühl ist selbst künstlich.

Misstrauen in der Beziehung

Eine Beziehung, die Anlass zum Misstrauen gibt, ist entweder quälend oder ihr fehlt es an Tiefe. Beides sind berechtigte Gründe sie abzulehnen. Beispielsweise bedeutet Verschlossenheit eines Partners in einer wichtigen Angelegenheit für den anderen automatisch Risiko, das Risiko des Ungewissen, nicht Prüfbaren, Unkalkulierbaren. Wenn Sie darauf wetten, dass sie ihm schon auf die Schliche kommen würden, liegen sie damit auf Dauer garantiert falsch. So viel können sie gar nicht merken.

Zwar drückt sich auch unterdrückte Wahrheit aus (sie existiert), aber in verzerrter Form: Die Beziehung kränkelt, die Selbstharmonie ist gestört, ein Stück Einsamkeit macht sich breit.

Wie können wir vertrauen?

Gibt es eine Wahrheit, die nicht feststellbar ist? Das wäre offenbar ein Widerspruch in sich. Etwas Existierendes muss wirken. Also ist es grundsätzlich wahrnehmbar: wenn wir hinsehen, wenn wir aus Erfahrungen schlussfolgern, wenn wir hineinspüren.

Natürlich kann unsere Wahrnehmung jederzeit durch neue Eindrücke relativiert oder als äußerst subjektiv erkannt werden. Dennoch ist es sinnvoll, ihr zu vertrauen - wenn wir sie von mehreren Seiten untersucht und hinterfragt haben. Dann haben wir das Restrisiko so weit reduziert, dass wir künftig mit einer gesunden Wachsamkeit in den Augenwinkeln auskommen. In einer Beziehung rechtfertigt dies auch unser offenes, aktives Vertrauen in den anderen, das ihn seinerseits zu vertrauenswürdigem Handeln anregt. Selbst Lebensziele, denen wir so vertrauen, werden sich nähern.

Die Wahrheit sagen

Eine Wahrheit betrifft mehr als ein Individuum. Denn das unterscheidet Wahrheit von Illusion. Deshalb verlangt sie nach Mitteilung. Ohne ihren Ausdruck hätte die Entdeckung einer Wahrheit wenig Sinn. Sie könnte ihrer Gültigkeit nicht entsprechen. Sie bliebe unterdrückt.

Gewissen rührt dementsprechend von der Identifikation mit dem anderen her, man empfindet für ihn: "Wenn er wüsste, dass ich lüge, wäre er verletzt" - unabhängig vom Risiko erwischt zu werden. Ich fühle wie wenn er es tatsächlich weiß - umso mehr je verbundener ich ihm bin. Also lüge ich nicht.

Was ist Wahrheit?

Wahrheit ist ein umstrittener Begriff. Die einen streiten ihre Existenz grundsätzlich ab - was an sich schon wieder eine Wahrheit wäre. Die anderen sehen sie in einem grundlegenden Glauben, nennen sie "Wissen" und verstehen kaum, warum andere sie zu übersehen scheinen. Aber dass es einen Unterschied geben kann zwischen dem, was man sagt, glaubt und weiß, verstehen alle. Auch was davon Vorrang hat, falls es darauf ankommt.

Ankommt worauf?

Wahrheit, Harmonie und freier Wille

Der Kanal des Realitätstrichters fasst den Wechsel der weniger bewussten Standpunkte "perspektivisch" zusammen. Doch wenn sie dort nicht nur umherspringen, wirken sie auch enger aufeinander zurück und sind stellenweise zu Kernen gewickelt, die viele Perspektiven harmonisch verbinden. (Ohne Harmonie fielen sie wieder auseinander.)

So ein vergleichsweise harmonischer Kern wie zum Beispiel unser inneres Selbst kann unser Gewahrsein (I) zusammenhalten, und von ihm gehen wahrscheinlich umfassender harmonierende Denk- und Handlungsimpulse aus als von den Anpassungsrollen unseres kleinen Egos. Andererseits kann dieses Ego mit alltäglichen Situationen oft besser umgehen. Deshalb widmen sich am besten beide ihrem jeweils eigenen Thema und profitieren nur von der Fertigkeit des anderen. Eine solche Harmonie können wir fühlen wie ein schönes Konzert. Liegt das Ego stattdessen einmal ganz auf der Linie des inneren Selbst, kann man zwar von Einheit sprechen, aber kaum von Harmonie: Die Verbindung ist zu starr und das Duett wahrscheinlich kurz.

Gibt es eine beständige Realität?

Wenn wir nur im ständigen Wechsel des Blickwinkels existieren können (sensorisch, psychisch, geistig) und dies sinngemäß für jeden beliebigen Wirkungsort gelten muss (Kaum hat's gewirkt, ist es anders), wie entsteht dann Stabilität, also Gleichbleibendes?

Natürlich durch Wiederholung des Wechsels: des Gedankens, der Betrachtungsweise, der gegenseitigen Bestätigung, der Wirkung. Ganz genau kann der Wechsel freilich nur einen unendlich kurzen Moment wiederholt werden, dann muss er bereits über die Wiederholung hinausreichen, um sich nicht selbst aufzuheben. Das heißt, er verändert sich insgesamt und bleibt dadurch offen. Doch zur Stabilisierung genügt schon annähernde Wiederholung. So glauben wir beispielsweise lange annähernd das Gleiche.

Wahrscheinlichkeitsdenken

Wägen wir zwischen zwei Alternativen ab, sagen wir zwischen Job A und Job B, dann wägen wir zwischen ihrem jeweiligen Vorrang ab. Jeder Job hat eine bestimmte Realisierungswahrscheinlichkeit, die sich während des Abwägens ändern kann, woraufhin sich sogleich die Wahrscheinlichkeit des anderen anpasst. Das heißt, wenn wir Job B vorziehen, wird Job A unwahrscheinlicher, bleibt aber im Hintergrund noch eine Weile verfügbar. Mit Job B wählen wir eine individuelle Wahrscheinlichkeits­hierarchie als solche zu unserer Realität.

Und die anderen Bewerber? Sie sind mitsamt ihren Entscheidungen ebenfalls Teil unserer Wahrscheinlichkeitshierarchie. Sie sind Aspekte unseres individuellen Gewahrseins, das sich insgesamt für eine neue individuelle Realität, eine neue Wahrscheinlichkeitshierarchie entscheidet. Das bedeutet im Umkehrschluss: Die anderen Bewerber haben ihr eigenes Gewahrsein und wählen ihre eigenen Wahrscheinlichkeitshierarchien. Im jeweiligen Gewahrsein treffen wir uns alle, verschmelzen aber nicht.

Unterbewusstsein - frei oder unfrei?

Führen wir die Ergebnisse von Bewusstsein I und Bewusstsein II sowie Gewahrsein I und Gewahrsein II zusammen, ergibt sich folgendes Bild:
  • Was für uns im umschreibenden Wechsel der Perspektiven als deren gemeinsame Näherung existiert, ist uns bewusst. 
  • Entgleiten der Näherung Perspektiven, können wir ihrer immer noch gewahr sein. Sie existieren als solche im ständigen Wechsel. 
  • Alles dynamisch (das heißt im Wechsel) Existierende geht trichterartig von der bewusstesten "Öffnung" über einen sich perspektivisch "verengenden" Kanal in ein Gewahrsein über, das wir als Unterbewusstsein bezeichnen können.
  • Dieses Unterbewusstsein erstreckt sich letztlich auf All-das-was-ist.

All-das-was-ist (Gewahrsein II)

Wenn jede Perspektive individuell ist und wenn Strukturen nur durch umschreibende Wechsel entstehen, dann kann Wechsel nicht auf das Gewahrsein (I) eines Menschen beschränkt sein. Vielmehr muss jeder beliebige Standpunkt, jeder Wirkungsort wechseln und aus Wechseln hervorgehen. (Letztlich ist es der Wechsel unendlich kleiner Punkte einer I-Struktur - definiert in Bewusstsein I).

Diese Konsequenz zieht weitere nach sich: 
  1. Wir müssen uns grundsätzlich in das individuelle Gewahrsein anderer Menschen (und sogar in nichtmenschliches) hinein­versetzen können. In der Tat fühlen wir uns ja in andere ein, könnten uns sonst nicht mit ihnen verständigen. Wir nähern uns ihren Standpunkten zumindest immer wieder an und unterhalten uns so mit Personen, die ihnen ähnlich sind. Würden wir uns vollständig hineinversetzen, wäre unser Bewusstsein schnell überfordert und müsste das meiste ins Unterbewusste verdrängen. 

Der Realitätstrichter (Bewusstsein II)

In Bewusstsein I haben wir die Bildung von I-Strukturen durch Umschreibung behandelt und in Gewahrsein I den Wechsel der Perspektive als solchen. Doch im Grunde ist beides ein und dasselbe.

Umschreibende Bewegung - Bewusstsein - ist natürlich ein Wechsel von individuellen Blickwinkeln. Und die Wahrnehmung eines Wechsels - Gewahrsein - umschreibt auch eine konstante Mitte. Der Unterschied zwischen betonter Umschreibung und betontem Wechsel liegt in der Dichte des umschriebenen Zentralbereichs. Bildet der umschreibende Wechsel (zum Beispiel zwischen Fassaden) ein Objekt aus (ein Haus), symbolisiert das inhaltlich dichte Zentrum dessen Einheit ("drin sein"). Wird der Wechsel mehr als solcher wahr­genommen, ist der Objektcharakter dünn ("Sind es mehrere Häuser oder eins?").

Das Maximum der Einheit liegt im intuitiven Mittelpunkt, während das Maximum des Wechsels im Wechsel selbst besteht. Das heißt, der Wechsel ist maßgebend und die Umschreibung abgeleitet. (Ohne Fassaden auch kein Drinnen.)

Gewahrsein (I) - es ist verwickelt

Die Einzigartigkeit jedes Standpunktes, jedes Blickwinkels kann offenbar nur "überwunden" werden, indem der Standpunkt zu anderen Standpunkten wechselt. Und wiederkehrt. In solchem Wechsel allein, der auch als stetige Änderung erscheinen kann, liegt die Einheit der Welt.

Das Erfassen dieser dynamischen Einheit geht über bloßes Bewusstsein hinaus, weil Bewusstsein (I) immer zu umschreibender Kondensation neigt, das heißt zur Bildung symbolischer, quasistatischer Gegenstände. Dagegen ist der Wechsel zu anderen Standpunkten - anderen individuellen Einstellungen - natürlich offener. Die Wahrnehmung dieses Wechsels nenne ich deshalb Gewahrsein.

Gewahrsein ist also niemals "fest". Es ist immer das Werden von etwas anderem, genauer gesagt von vielem anderen: Es entsteht ständig aus dieser Wechselbewegung und besteht nur in ihr. Es ist damit auch Wahrnehmung von Potential.

Wie ist Wahlfreiheit möglich?

Die Frage ob wir frei zwischen mehreren Möglichkeiten wählen können, ohne uns diese Freiheit einzubilden oder mit Zufall zu verwechseln, führt uns zur Wahrheit über unsere Verantwortung. Denn wenn wir etwas zu verantworten hätten, das zwar von uns kommt, nicht aber durch uns entschieden wurde, wäre es nicht mehr als die Verantwortung einer Wolke für ihren Regen.

Um die Antwort zu finden, werden wir die einfache Wahl zwischen zwei Fortsetzungen unseres Tages betrachten, zum Beispiel, ob wir heute ins Kino oder ins Theater gehen. Eigentlich mögen wir beides gleich gern, obschon wir manchmal mehr auf das eine als auf das andere Lust haben. Heute ist es uns jedoch wirklich egal, wir könnten ebenso gut eine Münze werfen. Tun wir aber nicht - das wäre zu billig. Wir überlegen. Wir versetzen uns mal ins Kino, dann wieder ins Theater und wieder zurück in die Gegenwart und so weiter. Damit umschreiben wir die Ganzheit der Entscheidungssituation, wobei die Gegenwart ihr Zentrum ist. Strenggenommen ist dieses Zentrum unendlich klein, genau in der Mitte der ganzen Umschreibung mit ihren sämtlichen Details. Also in uns.

Bewusstsein (I) - was ist das?

Was auch immer Bewusstsein "ist" - es muss Struktur haben. Selbst Leere kann nur im Gegensatz zu Fülle definiert werden und Nichtdualität gegenüber Dualität (wie schon das Wort sagt). Oder es ist einfach "Mu". Und damit wäre dieses Buch - und alles sonst - zu Ende.

Ich schlage vor, wir lassen uns damit noch etwas Zeit und versuchen, von einem möglichst konkreten Bewusstsein auszugehen, von einem bewussten Gegenstand, sagen wir einem Wasserglas. Wir nehmen mit ihm etwas wahr, das wir von uns selbst unterscheiden. Aber wir unterscheiden es auch von seiner Umgebung (Tisch, Schrank, Zimmer) und bestimmen es im Vergleich mit anderen bekannten Dingen (Tisch, Tasse, Teller) zu dem, was es "ist". Das heißt, wir umschreiben sein Dasein mit Vergleichen. Ebenso stabilisiert es sich durch äußere und innere Wechselwirkungen (Eingießen und Trinken, molekulare Anziehung und Abstoßung).

Individualität und Realität

Ihre Individualität ist viel mehr als ein wenig Eigenart. Es ist eine Sicht, die nichts und niemand außer Ihnen hat. Denn sonst wäre es/er Sie selbst. Auch Sie haben Ihre Perspektive - sich selbst - schon im nächsten Moment verändert und können die Zeit nicht mehr zurückdrehen.

Der Bequemlichkeit halber verständigen wir uns auf "gemeinsame" Gegenstände, die angeblich jeder wahrnimmt, obwohl jeder aus seinem eigenen Winkel blickt. Wenn Sie sehen, wie ich einen Bleistift zu Ihnen über den Tisch rolle, glauben Sie vielleicht, es wäre derselbe Stift, den ich sehe. Doch ich sehe etwas völlig anderes als Sie. Es gibt nicht die geringste Übereinstimmung zwischen meiner Wahrnehmung und Ihrer. Denn sonst würde ich an Ihrer Stelle sitzen, Ihre Gedanken, Erinnerungen und Gefühle haben und damit eine auf mich zurollende Form verknüpfen.

Geht's auch einfacher?

Da Die Erschaffung der Realität mittlerweile in einer Neuausgabe erhältlich ist, wird es vielleicht Zeit für eine kleine Auswertung des Feedbacks zu diesem Buch und den begleitenden Artikeln.

Seit mein erster Beitrag im damals themenoffenen "Magazin 2000" erschien, habe ich drei Leitz-Ordner voll Leserpost gesammelt. Darin findet sich fast gar keine inhaltliche Kritik. Stattdessen teilt sich die Leserschaft in zwei Lager: Die deutliche Mehrheit ist begeistert, fasziniert, beeindruckt, und eine Minderheit versteht nix. Kurz gesagt: Wer es versteht, findet es gut. Ich freue mich darüber, und seit ein Blick ins Buch möglich ist, sollte es eigentlich keine Fehlkäufe geben.

Der einzige Kern


Als Kern meiner Philosophie kann die altbekannte Einheit der Gegensätze betrachtet werden, aber auf neue Weise angewendet und mit der größtmöglichen Konsequenz.

Es erscheint allerdings nicht sehr hilfreich, von diesem Punkt ausgehend zu schlussfolgern, denn jede „Anwendung“ muss unabhängig begründet werden (und wurde es auch), um ihre Gültigkeit zu beweisen. So ist die Einheit der Gegensätze selbst mehr ein Resultat und wird erst dadurch zum „Ausgangspunkt“. Immerhin bietet sie einen Anschluss an die philosophische Tradition (Yin/Yang, Heraklit, Cusanus, Hegel).

The Secret, Glück, und zwar gleich

Im führenden Bestseller zur "magischen" Realitätserschaffung, The Secret, wird die Methode, eine erwünschte Realität anzuziehen, in drei Schritte zusammengefasst:

1. Bitten (um etwas)
2. Glauben (dass es kommt)
3. Empfangen (dafür bereit sein)
Wenn es nur so einfach wäre, stimmt’s? Auch wenn in dem Buch noch Details angeführt werden: Dieses vereinfachte Verfahren funktioniert nur dann, wenn wir

1. im tiefsten Innern wissen, was wir eigentlich wollen,
2. ihm keine mehr oder wenig bewussten Konflikte überlagern,
3. offen für unerwartete Möglichkeiten sind.

"Quantenbewusstsein", was soll das?

Fast jedes Buch, das sich wenigstens ansatzweise bemüht, die Möglichkeit "magischer" Realitätserschaffung zu begründen, beruft sich an irgendeiner Stelle auf die Quantenphysik.

Im Wesentlichen wird die Verschränkung von Mikro“teilchen“ (Wahrscheinlichkeitswellen) und ihre Auflösung mit dem Akt der Messung verantwortlich gemacht für eine schöpferische Rolle des menschlichen Beobachters. Er soll eine bestimmte Realität ins Leben rufen, indem er erst durch seine Mess-Beobachtung festlegt, welche Version eines Teilchens entsteht. Bestimmte Konstruktionen (Schrödingers Katze, empfindliche Hirnzellen, chaotische Bifurkationen) können diesen kreativen Akt zu einem makroskopischen Ereignis verstärken. Dies funktioniert mittels paarweise erzeugter „Teilchen“ sogar – meint die Theorie – über beliebig große Entfernungen, und zwar sofort. 

Radikaler Konstruktivismus - ein Hohlkörper?

Radikale Konstruktivisten sprechen nicht davon, dass wir Realität erschaffen, sondern dass wir Wirklichkeit konstruieren. Was ist der Unterschied?
 
„Realität erschaffen“ heißt letztlich alles erschaffen, ohne Ausnahme. „Wirklichkeit konstruieren“ heißt äußere „Störungen“ interpretieren und so Wirkungen formen.

Damit hat der Konstruktivist den kleineren Anspruch, aber um den Preis der Inkonsistenz. Er kommt nicht umhin, eine äußere Wirkursache einzubeziehen, die seine Konstruktion wesentlich bestimmt. Was diese offenbar vorstrukturierte Wirkung ausübt kann er jedoch grundsätzlich nicht erkennen und will er auch nicht wissen. Wichtig ist nur noch, was in den eigenen Lebenszusammenhängen nützlich ist, wobei „Nützlichkeit“ ebenso konstruiert und damit von jenem außenstehenden Etwas mitbestimmt ist usw.

Laws of Form: Warum Spencer-Brown etwas daneben liegt

In seinem berühmten Buch Laws of Form versucht George Spencer-Brown, die Welt aus dem Einfachsten zu konstruieren. Er beginnt mit einer einfachen Unterscheidung, zum Beispiel einem Kreis in einer sonst strukturlosen Ebene.

Er sagt nicht, dies sei die einzige Möglichkeit zu beginnen, sondern fordert den Leser einfach auf, es zu tun und dann zu sehen, was sich entwickelt. Dazu gibt er weitere Handlungsanweisungen, die möglichst viel auf möglichst wenig reduzieren.

Individualität und das physikalische Paradigma

Dieser Eintrag bezieht sich auf den Schlüsselartikel Dynamische Existenz in meinem Buch Bewusstsein und Realität.

Das physikalische Paradigma enthält ernste Verzerrungen beziehungsweise Inkonsistenzen:
  1. Das Hirn wird als der ultimative Wahrnehmende angesehen. Aber wer nimmt das Hirn wahr? Wiederum das Hirn? Das ist ein Zirkel, bei dem mein Konzept der Umschreibung ins Spiel kommt.
  2. Realität wird alles in allem als physisch betrachtet, und mit „physisch“ ist unser Paradigma gemeint. Daraus leitet sich eine begrenzte Sichtweise von Information ab. An dieser Stelle bietet mein Konzept der Infinitesimalstruktur eine tiefere Sicht an, aus der sich „Information“ ableitet.
  3. „Physisch“ bedeutet auch „objektiv“, und Objektivität wird als „nicht Teil des Beobachters“ aufgefasst. (Der Begriff „Beobachter“ beinhaltet schon dieses Missverständnis.)